Thank you so much, Jeff Kinney.
Ich liebe Bücher. Alleine der Anblick einer schönen Bücherwand ist bereits eine Wohltat für mich. Die Titel der einzelnen Bücher zu sehen ist für mich eine Horizonterweiterung und Inspiration zugleich. Ich gehöre zu der Gruppe Lesender, die ein wundervolles Zitat auf einer Tramhaltestelle in Nizza noch 14 Stationen weiter beschäftigt oder die ein Buch auch mal mittendrin anfängt. Zum Beispiel auf Seite 98 oder bei Kapitel 19. Dieses Vorgehen ist sehr unkonventionell, führt aber zu hervorragender Unterhaltung.
Ein Autor, der bei dieser Art zu lesen immer wieder hervorsticht, ist Nelio Biedermann. Wie er die Bedeutung von Glück für Schriftsteller beschreibt oder seine eigene Liebe zur Musik in einen einzigen Satz packt, ist faszinierend. Er schreibt, als wüsste er, dass jemand auf Seite 98 einsteigen könnte. Jedesmal wieder muss ich mir in Erinnerung rufen, wie jung dieses Ausnahmetalent ist.
Leidenschaften, die man selber hat, gibt man auch gerne an die nächste Generation weiter. Bei Kindern wird das Vorleben empfohlen, sie sollen einen mit einem Buch sehen, damit sie selber auch dazu greifen. Es gäbe fast nur Positives, wenn es um das Lesen geht. Es macht empathischer, es wirkt ausgleichend und es führt zu geruhsameren Nächten als ein Scrollen auf dem Smartphone vor dem Einschlafen. Bei meinem eigenen Kind hat aber eigentlich nur zweierlei wirklich geholfen: Vorlesen und vor allem: die Werke von Jeff Kinney.
Gregs Tagebuch hat die ideale Mischung aus Bildern und Text, ist lustig und kurzweilig, beschreibt die Menschen so, wie sie sind und schafft es, selbst als Buch cool zu sein. Das Lesen, ohne auf die Uhr zu schauen, habe ich Gregs Herausforderungen im Alltag des Lebens und Jeff Kinney zu verdanken. Wir haben sogar das berühmte "Swear Jar" ausprobiert, bei dem man pro Fluchwort und Rüpelhaftigkeit in ein Glas einzahlen muss. Dieses Experiment musste ich jedoch nach einem Tag vorzeitig beenden, denn ich habe festgestellt, dass ich öfter einzahlen musste als mein Kind. Der rücksichtslose Autofahrer, die Gaffende und der ausgeschüttete Kaffee haben mich fluchen lassen. Dazu hat mein Kind nicht mal eine "Petzschildkröte" benötigt.
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